Kompromissfähigkeit und Streitkultur
Von Dinesh Bauer | vom 05.09.2008
Manfred Schell, Chef der Lokführergewerkschaft GDL will mehr Lohn für seine Kollegen - und fordert einen eigenen Tarifvertrag. Er ist der Meinung, dass die Bezahlung und die Vorgehensweise der Deutschen Bahn höchst "ungerecht" ist. Um seine Forderungen durchzusetzen fährt er schon mal schweres Geschütz auf – und droht mit einem unbefristeten Streik – koste es was es wolle.
Margret Suckale, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin der Bahn bietet den streikenden Lokführern eine Lohnerhöhung um 4,5 Prozent Lohnerhöhung – und dazu einmalig 600 Euro. Von einem eigenständigen Tarifvertarg und weitergehenden Forderungen will die "eiserne Lady" nichts wissen. Sie plädiert für "konfliktfreie" Lösungen – und meint damit nichts anderes, als das die Bahn in der Sache hart und kompromisslos bleibt.
Wie lässt sich ein solcher Konflikt lösen. Wie wichtig sind dabei Werte wie Kompromissbereitschaft, Konfliktfähigkeit oder Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl?
Was halten Sie in diesem Zusammenhang von folgender These
"Streitkultur ist wichtig, damit eine konstruktive Auseinandersetzung nicht zur aggresiven Blockadehaltung verkümmert. Man sollte sich mit Leidenschaft, aber nicht mit unversöhnlicher Starrköpfigkeit begegnen. Emotionalität führt zur Unsachlichkeit – und verhindert eine beide Streitparteien zufriedenstellende Lösung eines Problems. Kompromissfähigkeit bedeutet also die Bereitschaft, seine eigene Meinung zu vertreten, gegen wahrgenommene Ungerechtigkeiten anzukämpfen – ohne dabei die Sichtweise, die Wahrheit des Anderen aus den Augen zu verlieren."